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Meine Mutter hat mir neulich ein paar Grünkernfrikadellen mitgegeben, mit Abstand die Leckersten die ich je gegessen habe.


Grünkernfrikadellen (vegetarisch, milchfrei)

(Anmerkung: ob sich dieses Rezept veganisieren läßt (also die Eier entsprechend ersetzt) kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen. Wenn jemand den Versuch unternimmt würde ich mich über Feedback sehr freuen!)

400ml Brühe
200g Grünkernschrot
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
1 Bund Petersilie oder andere entsprechende Kräuter
2 Eier Größe M
Salz, frisch geschroteter oder gemahlender schwarzer Pfeffer
ggf. Haferflocken, falls die Masse zu feucht ist.

Brühe aufkochen, Grünkernschrot einrühren, ca. 20min zugedeckt unter Rühren garen, dann abkühlen und ausquellen lassen.
Zwiebel und Knoblauch putzen und fein hacken, gewaschene und trockengeschüttelte oder -getupfte Petersilie/Kräuter fein schneiden oder hacken. Mit den Eiern, Salz und Pfeffer zur Masse geben und gut verrühren.
8 Frikadellen formen und in Öl ca. 8 Minuten braten, dabei 1x wenden. Wichtig: die Frikadellen müssen ziemlich feucht sein, wenn sie in die Pfanne kommen, sonst sind sie hinterher zu trocken. Meiner Erfahrung nach braucht es ein bißchen Übung, bis man weiß welches Verhältnis ideal ist, damit die Frikadellen weder zerfallen noch zu trocken werden.

An Kräutern nehme ich außer Petersilie sonst gerne auch Schnittlauch, Zitronenmelisse, Minze (davon jeweils nur ein paar Blätter, sonst wird es zu intensiv), eventuell ein oder zwei Blatt Liebstöckel, oder Basilikum, Rucola, ein paar frische provencalische Kräuter wie Oregano oder Thymian - experimentieren erlaubt, aber unbedingt immer erst die Masse abschmecken, ob es paßt.

Der erste Nachkochversuch war noch nicht so erfolgreich, sie sind etwas locker ausgefallen, zwei sind dann beim Braten zerbrochen, weshalb beim nächsten mal Haferflocken mit drankommen. Der Geschmack ist klasse; ich hatte ca. 1/3 Petersilie und 2/3 gemischt Schnittlauch, Zwiebellauch, Rucola, Basilikum (regulärer, Russischer und roter), Thymian, Zitronenmelisse und wenig Minze.

Dazu gab es grünen und Kartoffelsalat und gebackene Bohnen, die ich auch das erste Mal ausprobiert habe und garantiert wieder machen werde, denn das Rezept ist sehr einfach, aber viel besser als alles was man in der Dose bekommt.


Gebackene Bohnen (vegan, milchfrei)

300g kleine weiße getrocknete Bohnen
800g Tomaten (entweder sehr reife frische oder geschälte aus der Dose, das Aroma ist wichtig)
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
1 Lorbeerblatt
2 Gewürznelken
250ml Gemüsebrühe (selbstgemacht ist besonders zu empfehlen)
2 EL Zuckerrübensirup
1-2 EL Balsamico
2 EL Senf normal oder grob
ev. 1 Schuß Rotwein oder Sherry
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Abgießen und mit frischem Wasser bedeckt aufkochen lassen, 30min köcheln lassen.
Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, in 1-2 EL Olivenöl andünsten. Wenn man möchte mit 1 Schuß Sherry oder Rotwein ablöschen.
Bohnen abgießen.
Tomaten hacken bzw. zermusen, wenn aus der Dose, und mit den Bohnen und den restlichen Zutaten in einen Topf geben und 30min köcheln.
Laut Ursprungsrezept sind die Bohnen dann weich und die Sauce genug eingekocht, aber mir war das noch zu unähnlich der Konsistenz, die ich bevorzuge. Wem das genügt, der schmeckt ab mit Salz (mind 1. TL) und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und ist fertig.
Ich habe gesalzen und gepfeffert, die Bohnen in eine flache Auflfaufform umgefüllt (dünn mit Öl eingerieben) und sie bei 200°C nochmal fast eine Stunde im Ofen gelassen, bis die Konsistenz von Sauce und Bohnen perfekt war.

Das Ergebnis ist weniger süß als fertige Gebackene Bohnen. Wer es süßer mag gibt mehr Sirup hinzu bzw. erstmal nur einen EL Balsamico, bzw. mehr Balsamico wenn mehr Säure gewünscht wird.

Die Menge reicht für uns beide für drei Mahlzeiten, weshalb ich jeweils 1/3 davon in einem entsprechenden Schraubglas für später eingefroren habe; wie lang sie sich im Kühlschrank halten weiß ich leider nicht. Da sich dicke weiße Bohnen in Tomatensauce hervorragend einfrieren lassen gehe ich davon aus, daß auch dieses Rezpet gut einfrieren läßt.


Kartoffelsalat nach unserem Familienrezept (vegan, milchfrei)

Hierfür habe ich leider keine Mengenangaben, da ich den Salat von meinen Eltern gelernt habe, die ihn immer "nach Gefühl" machen.

Kartoffeln, ca. 1,5-2kg, am besten Salatkartoffeln
0,5l Gemüsebrühe
1 große Zwiebel
1/2 bis 1 Bund Schnittlauch nach Geschmack
Sonnenblumen- oder Olivenöl, oder beides
Rotweinessig (oder ein anderer kräftiger Essig)
Dijonsenf
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln weich kochen. Wenn sie gar sind, abgießen und abdampfen lassen.
Währenddessen Zwiebel würfeln und in der Gemüsebrühe aufkochen, 1-2min ziehen lassen, dann vom Herd nehmen.
Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden, und immer wieder mit der Brühe übergießen. Schnittlauch in Röllchen schneiden, dazugeben.
Schließlich alles gut vermengen, es ist Absicht daß die Kartoffeln dabei weiter zerfallen, abkühlen lassen.
Eine sehr kräftige Vinaigrette herstellen aus Öl und Essig zu gleichen Teilen, dabei kommen auf je 5 EL Öl und Essig 1 EL Senf, 1 gestrichener TL Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Wunsch. (Ich nehme am liebsten nur Olivenöl und Rotweinessig, oder Himbeeressig, oder eine Mischung aus Rotwein- und Balsamicoessig.) Diese Menge an Vinaigrette reicht mir meistens aus für ungefähr diese Kartoffelmenge, ich stelle aber meistens mehr Vinaigrette her. Reste lassen sich gut im Kühlschrank aufbewahren für den nächsten Salat und können mit zusätzlichem Öl entsprechend angepaßt werden.
Noch nicht aufgesogene Brühe abgießen oder notfalls die Kartoffeln mit Salatbesteck aus der restlichen Brühe herausnehmen, wenn es nicht anders geht.

Jetzt kommt es auf Vorlieben und Gefühl an: manche mögen den Kartoffelsalat "matschiger" mit komplett aufgesogener Sauce, andere eher "scheibiger" mit noch sichtbarer Flüssigkeit. Je nach Konsistenz und Qualität der Kartoffeln läßt man die Kartoffelmasse dazu länger oder kürzer abkühlen, bevor man die Vinaigrette untermischt, und serviert den Salat dann ggf. lauwarm oder gut durchgezogen und gekühlt.
Richtwerte: je heißer die Kartoffeln sind, desto mehr Sauce saugen sie beim Mische n auf und werden umso "matschiger". Möchte man ein komplett scheibiges Ergebnis, darf man anfangs nur wenig Brühe verwenden, sollte die Kartoffeln mit der Brühe nicht vermengen, sondern nur übergießen, und läßt sie komplett abkühlen bevor die Vinaigrette dazukommt. Alles andere liegt irgendwo dazwischen. :o)
Ein "scheibiger" Salat muß dabei mindestens ein paar Stunden lang durchziehen, um ein gutes Aroma zu entwickeln, während die "matschige" Variante auch warm serviert werden kann (aber besser schmeckt wenn sie mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchzieht).
Gerade die "matschige", gut durchgezogene Variante findet auch bei Kartoffelsalat-mit-Mayonaise-Liebhabern guten Anklang.

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