neckarhex: Bow and rigging of a three-master in harbour. (travelling)
Als kleiner Vorgeschmack auf die hoffentlch bald folgenden Bildergalerien ein kurzer Überblick über die Schlösser der zweiten Woche.

Die Wettervorhersage war nicht gerade vielversprechend, weshalb wir das Tagesprogramm jeweils nach der Wetterlage auswählten und am Sonntag,15. September uns nochmal auf die längere Fahrt nach Chambord aufmachten. Es war dann auch tatsächlich der schönste Tag der zweiten Woche - abgesehen vom Freitag, den wir zum Einkaufen, Freunde-besuchen und beginnenden Zeltabbau nutzen wollten und der uns nochmal mit strahlendem Sonnenschein verwöhnte.
 
Schlo Chambord im Gegenlicht

Vor Ort war die Entscheidung, nur Chambord an diesem Tag zu machen, dann goldrichtig: dieses größte und wohl prächtigste aller Loire-Schlösser ist so riesig, daß wir allein für die Besichtigung gut vier Stunden brauchten und hinterher von der Menge an Eindrücken und Bildern vollkommen erschlagen waren. Am Tag darauf planten wir daher auch nur einen kurzen Ausflug und hatten Azay-le-Rideau vor. Vorher wollten wir nur kurz eben noch tanken - was zu einer halbtägigen Odysee durch die Lande wurde.

Das Problem: unser Auto ist ein Firmenwagen, der über Tankkarten entsprechender Markentankstellen gefüttert wird. Die muß man aber erstmal finden. Es sind zwar die "großen" Marken, aber in Frankreich ist das so eine Sache, vor allem auf dem Land... unser Navi bot uns zwar reiche Auswahl an entsprechenden Örtlichkeiten und war vor der Abfahrt auf den eigentlich neuesten Stand gebracht worden. Tja... die ersten drei Tankstellen, für die wir jeweils richtig weit fahren mußten, gab es schlicht und ergreifend nicht mehr, die vierte nahm die Tankkarte nicht. Da langsam der Spritpegel etwas knäpplich wurde, beschlossen wir den nächsten Supermarkt anzufahren und halt ohne Tankkarte zu tanken. Da zeigte sich dann ein überraschendes neues Problem: unsere Kreditkarte wurde nicht akezptiert! Zwar hat sie einen Chip, der auch, wie wir woanders längst festgestellt hatten, funktioniert und benutzt werden kann. Doch die ersten beiden Supermarkttankstellen akzeptierten die Karte nicht, weil sie angeblich keine internationale Kreditkarte sei. Ok, was kann an einer MasterCard nicht international sein? *kopfkratz* Die dritte Supermarkttankstelle hatte dann einen Schalter, und wir konnten Selmas nun beträchtlichen Hunger endlich stillen.

Auch sonst mußten wir übrigens feststelle, daß die Möglichkeiten zum Bezahlen auf dem Land weitaus schlechter (geworden) sind als sie es in Paris bzw. vor vielen Jahren waren: als ich in den 90ern viel in Frankreich unterwegs war und später in Paris studierte, konnte ich überall entweder mit meiner EC-Karte (maestro) bezahlen oder notfalls mit meiner Visa-Kreditkarte, die ich extra für Frankreich hatte.
Aktuell kann man an den Péage-Stationen mit Visa nicht mehr bezahlen und mit Maestro auch nicht, MasterCard geht aber. Bei vielen anderen Gelegenheiten waren weder Maestro noch MasterCard möglich, auch wieder wegen der Chip-Frage. Anderseits wurden beide Karten in diversen Supermärkten auch bei der Bezahlung über Chip akezptiert. Irgendwann erfuhren wir im Gespräch mit einer Angestellten,daß die Geräte, an denen es nicht gegangen war, offenbar zu veraltet seien, um unseren (ausländischen) Chip zu erkennen oder dergleichen. Als jahrelange Frankreichfahrerin war es für mich ein absolutes Novum, daß das Bezahlen und Tanken so problematisch werden kann.
 
Azay-le-Rideau, Gartenansicht mit Wasserspiegelung
Azay-le-Rideau
 
Dienstag war es dann wieder eher naß und regnerisch, und wir fuhren nach Langeais, wo es vor allem innen viel zu sehen gibt, machten danach einen Abstecher nach L'Islette, dem kleinen Bruder von Azay-le-Rideau, das 3km von diesem entfernt an der Indre liegt und seit 2012 zu besichtigen ist. Wir waren zu müde und "angefüllt" für eine Innenbesichtigung, die nur mit französischer Führung möglich war, genossen trotz des Nieselregens jedoch den wunderschönen Landschaftsgarten im englischen Stil, der dieses kleine Juwel umgibt. Können wir absolut empfehlen. Vor allem sollte man die Zeit mitbringen, den Garten mit Picknick und vielleicht einem Buch zu genießen, oder wenigstens im eigenen Minicafé ein Päuschen zu machen. Noch mehr Spaß macht es sicher, einen der vorhandenen Kähne zu mieten und die vielfältigen Wasserflächen zu erkunden. 
Auf der Heimfahrt kamen wir an Ussé vorbei und machten kurz halt für ein Foto, doch für mehr war es zu naß und wir zu müde. Außerdem herrschte dort gerade großes Chaos, weil offenbar irgendwelche TV-Aufnahmen geplant waren und der Parkplatz vor entsprechenden Fahrzeugen wimmelte. Einer der Mitarbeiter klopfte frenetisch an unser Autofenster und wollte irgendetwas. Er brauchte überraschend lange um festzustellen, daß wir nur harmlose Touristen sind. *g*

Mittwoch nahmen wir uns dann endlich das "Hausschloß" vor, Saumur, sowie die Stadt hinterher. Das Schloß wird seit längerem restauriert und war die längste Zeit auch für Besichtigungen geschlossen. Auch wenn die Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen sind kann man jedoch eine Etage mit schön präsentierten Teilen der vorherigen Ausstellungen besichtigen. In der Stadt wiederum ist die Kirche, St. Pierre, ebenfalls massiv im Restaurationsumbau und nicht zugänglich. Ein Bummel durch die Gäßchen und Sträßchen auf der Suche nach diversen Kleinoden machte auch im erneuten grauen Beinahenieselregen Spaß.

Donnerstag war der letzte geplante Besichtiungstag, den wir mit dem Highlight Villandry mit seinen wunderschönen Renaissance-Gemüsegärten abschlossen. Auf der Heimfahrt schafften wir es dann endlich, in Candes-St.-Martin haltzumachen, durch das wir bereits mehrfach gefahren waren, um die berühmte Kirche zu sehen.

neckarhex: Bow and rigging of a three-master in harbour. (travelling)
Die Internetvebindung hat so ihre Tücken, daher klappt es selten mit dem aktuellen oder zeitnahen Posten. Zwar ist das Signal diesmal ausgezeichnet, aber die jeweils aktuelle Verbindung hat einen sehr kurzen Timeout, während das Erstellen der Verbindung mehrere Minuten dauert. Also zurück zum bewährten Offline-Schreiben und zeitverzögerten Posten. ;o)
Aktuell ist die Verbindung komplett ausgefallen, was am Wetter liegen mag - heute ist es richtig schlecht. Dauerregen seit der Nacht, ohne Besserung in Sicht... aber immerhin wärmer als erwartet; aktuell sind es noch 19°C im Zelt, und wir haben es nachts kuschelig warm und gemütlich.
Unser Zelt-Vordach-Ensemble bewährt sich bestens, auch wenn ich heute morgen erstmal meine Küche trockenlegen mußte - peinlich, wenn man vergißt einen Häring einzuschlagen, der eine wichtige Zeltwand ausreichend vom Innenboden abhält. ;o) So haben sich unsere allerersten Funktionshandtücher aber endlich mal ihre Existenzberechtigung verdient: um sie zum Duschen zu benutzen ist das Gewebe irgendwie zu unangenehm, man wird gefühlt nicht trocken damit. Seither schleppe ich die Dinger für alle Fälle mit... und weiß nun, daß man damit prima größere Wassermengen aufnehmen und den Zeltboden trockenlegen kann. Einziges Opfer: eine Packung Reis, das ist akzeptabel.

Siljan macht gerade ein Mittagsschläfchen, während ich gemütlich im Trockenen sitze, Tee trinke, Consortmusik höre und schreibe. Später wird es vielleicht etwas besser, damit wir noch sinnvoll etwas unternehmen können - auch gestern abend hatten wir nochmal blauen Himmel mit ein paar Schäfchenwolken.

Der Campingplatz erweist sich als nur bedingt schlechtwettertauglich: auch wenn die sanitären Anlagen angenehm und sehr sauber sind, empfinde ich die Toilettensituation als unvorteilhaft. Es gibt erstens keine getrennten Klos, und zweitens liegen sie alle außen am Gebäude, sind aber nur durch Zwischenwände abgetrennt. Sprich es zieht und ist kühl, und bei dem Regen kommt man kaum in eine Kabine, ohne Regen abzukriegen. Die Geschirrspülbecken liegen jeweils nebendran, was ich auch nicht als glücklich gelöst empfinde - aber bei Regenwetter kann man zudem kein Geschirr spülen, ohne einen nassen Rücken zu kriegen. Hmpf.

Chteau de Baug
Château de Baugé im strömenden Regen
Kein sehr spektakuläres Gebäude, aber typisch für das,
was hier fast in jedem Ort anzutreffen ist. Hier im Ort
bemüht man sich sehr darum, den Besuch interssant
und sehenswert zu gestalten.

Abends:
Wir haben dem Wetter getrotzt und sind doch noch losgefahren, nach Baugé, das ein interessantes Apothekenmuseum haben soll. Doch eine ziemlich lange Umleitung kostete uns zuviel Zeit, und das Infoblatt war irreführend. So sind wir fast rechtzeitig zur letzten Führung des Tages dort gelandet - aber im Schloß, nicht im Museumsgebäude. Das haben wir zeitlich dann nicht mehr geschafft. So besahen wir eine kleine, gemischte Ausstellung aller möglichen Kuriosika im Erdgeschoß des Schlosses und fuhren über Gennes und Cunault wieder nach Hause. Cunault mit seiner romanischen Abteikirche war der buchstäbliche Lichtblick des Tages, der genauso verregnet und feucht-kalt endet wie er begonnen hat, ebenfalls mit ohne Internet. Morgen darf es gerne besser werden, und soviel Himmelswasser brauchen wir auf keinen Fall nochmal! ;o)

Abteikirche Cunault
Die Abteikirche von Cunault

Im Vordergrund ein für uns sentimentales Bild: unser neues Auto,
der weiße Peugeot, und daneben der Bruder unseres alten, das
letzten Sommer ein Wildschadenopfer wurde - selbe Farbe, selber Typ...

neckarhex: Bow and rigging of a three-master in harbour. (travelling)
Ich bin alles andere als abergläubisch, aber der heutige Freitag der Dreizehnte hatte es ein bißchen in sich.

Zuerst hatten wir wettermäßig den ersten richtig schlechten Tag, mit Dauernieselregen, tiefhängender Wolkendecke und richtig grauem Herbsthimmel. Da wir gleichzeitig sehr früh zu einer längeren Tour aufgebrochen waren und sich das erst so richtig manifestierte, als wir schon die halbe Strecke zurückgelegt hatten, war das irgendwie ungünstig. Das eine Ziel, Blois - Stadt und Schloß - haben wir dann doch angefahren, da man dort viel innen sehen kann und es nicht ganz so schade ist, wenn es für die Außenansicht grisselt und nieselt - anders als in Chambord, das wir deswegen auf einen zweiten Ausflug mit hoffentlich besserem Wetter verschoben haben.
Später wollten wir eigentlich noch Chaumont oder Cheverny anhängen, wenn wir schon mal in der Gegend sind - doch nach dem richtig "lustigen" Erlebnis des Tages hat es uns gereicht. Es gibt meistens so viel zu sehen, daß im Grunde ein Schloß pro Tag mehr als genug wäre und uns bereits mental fast überfrachtet. Wir hatten zwar auch ein paar Ruhetage dazwischen geplant, aber die Lust am Besichtigen und das Interesse an dem, und dem, und dem Schloß ist einfach zu groß... ;o) Aber zurück zum Spaß in Blois.

Eigentlich wollten wir nur ein bißchen Bargeld vom Geldautomaten holen. Erst einer, dann ein zweiter verweigerte uns das jedoch, und zwar mit beiden EC-Karten des Familienkontos. Die zweite Bank verriet uns auch warum: der Kreditrahmen sei überzogen... nach dem ersten Schrecken - Kreditrahmen überzogen? Wir? Wie sollen wir denn das geschafft haben??? Der erste Gedanke war Kartendatenklau oder dergleichen, immerhin haben wir gerade diese hier in Frankreich recht häufig benutzt. Geld zu bekommen war erstmal kein Thema dank anderem Konto und Karte, aber wir wollten unbedingt wissen was los ist. Was also tun? Zuhause am Campingplatz über dessen ungesicherte WLan-Verbindung das Konto angucken? Nicht gerade ideal. Dann lieber mit dem von Papa für Notfälle geliehenen UMTS-Stick online gehen; das hätten wir sogar direkt machen können, da die gesamte Hardware mit im Auto war. Vorher versuchten wir aber bei der Bank anzurufen, was erneute Hindernisse bedeutete. Das erste war ziemlich peinlich - ich mußte erstmal eine Weile suchen, bis ich bei meinem Smartphone (mein erstes, das ich erst seit sehr kurzem habe) die Tastatur fand um eine nicht gespeicherte Nummer zu wählen... dann hatten wir nur die vom Telefonbanking irgendwo notiert, aber die ist vom Ausland aus nicht zu erreichen. Siljan hatte dann die gute Idee, daß die Nummer ja auf der EC-Karte draufsteht - nur läuft seine EC-Karte dieses Jahr aus und hat eine offenbar veraltete Nummer, denn die ging auch nicht. Auf die Idee, auf meiner Karte nachzugucken, kamen wir auch erst eine Weile später. Ahem.
Die ging dann, uns konnte umgehend geholfen werden und wir erfuhren, daß soweit alles in Ordnung ist, Kontostand wie erwartet und mit ausreichenden Urlaubsreserven, und kein Mißbrauch festzustellen. Es ist zwar noch immer unklar, warum es nicht funktioniert hat, auch bei beiden Karten, da wir zumindest bei den ersten beiden Malen den täglich verfügbaren Rahmen nicht mal ansatzweise erreicht hatten, aber der hilfreiche Bankmensch meinte, das müsse an der Bank liegen, nicht an unserem Konto oder unseren Karten. Immerhin hat uns das zu einer neuen Information verholfen: wenn, wie in unserem Fall, eine Auszahlung aus welchen Gründen auch immer verweigert wird, wird die trotzdem schon zu dem täglich verfügbaren Betrag gezählt. Bei den späteren Versuchen hatten wir theoretisch also tatsächlich den verfügbaren Rahmen erreicht, obwohl keine der Auszahlungen tatsächlich stattgefunden hatte.

Bis das alles geklärt war, waren gut anderthalb Stunden vergangen, und wir hatten keine Lust mehr auf noch ein Schloß - spät genug war es außerdem. Also haben wir zumindest für ein Stück die Landstraße genommen, um wenigstens noch ein bißchen schöne Flußlandschaft zu genießen, haben einen Stop bei Chaumont eingelegt, um das prächtige Schloß vom anderen Flußufer aus zu bewundern. Schon von da konnte man erkennen, wie schön der dazugehörige englischen Park aussieht, für den wir entschieden mehr Zeit gebraucht hätten als Tageslicht vorhanden gewesen wäre! *lach *

Blois
Château de Blois - die vergleichsweise unsdcheinbar wirkende
Aussenfassade. Sie zeigt vor allem den noch gotischen Flügel
Louis XII', rechts jedoch auch die Schmalseite des Renaissance-
Flügels von François I.
 
Doch Blois hatte bereits mehr als genug zu bieten und uns auch im Nieselregen viele schöne Eindrücke beschert. Zuerst bummelten wir ein wenig durch die historische Altstadt, auch um das Hôtel d'Alluye zu sehen. Im Rahmen meiner Magisterarbeit bzw. des Diplôme d'Etudes Approfondis, das ich nach dieser an der Sorbonne abgelegt habe, habe ich mich mit der französischen säkularen Frührenaissance in Zentralfrankreich beschäftigt und unter anderem das Schloß von Blois und jenes Hôtel als Vergleichsbeispiele untersucht. So war der Besuch für mich ein schönes Wiedersehen, auch wenn wir vom Hôtel d'Alluye leider nur die Außenfassade sehen konnten, und für Siljan war es interessant, zu sehen woran ich gearbietet habe. Das Hôtel Lallemant in Bourges, über das ich meine Magisterarbeit geschrieben habe, kennt er bereits von früher.

Blois
Der gotische Flügel Louis XII' vom Innenhof aus

Das Schloß selbst ist eindeutig ein weiteres Highlight der Besuchsrunde. Schon von außen ein faszinierendes Ensemble mit seinen verschiedenen Gebäudeteilen aus der Spätgotik unter Louis XII, François I' prächtigem, stilgebendem Renaissanceflügel und dem streng klassizistischen Flügel Gaston von Orléans'. Doch gerade auch die Innenräume im Renaissanceflügel waren ein besonderes Erlebnis: im 19. Jh. komplett restauriert bzw. erneuert in dem Stil, den man damals für Epochentypisch annahm, wobei der Streit verschiedener Restaurierungstheorien ebenfalls Spuren hinterlassen hat.

Blois

neckarhex: Bow and rigging of a three-master in harbour. (travelling)
Unser erstes Tagesziel war Chenonceau.
Die Größe des Parkplatzes hat uns überrascht, noch mehr daß er rappelvoll war, und die Besuchermassen auf dem Gelände haben uns fast erschlagen. Der Wahnsinn, um diese Jahreszeit! Diverses Beiwerk erwies sich denn auch als für die Massen gemacht, doch trotz der vielen Menshcen ist Chenonceau sagenhaft.

Chateau de Chenonceau

Ein wunderschönes Ensemble mit einer überaus interessanten Entstehungs- und Lebensgeschichte, geprägt von fünf Frauen. Zuerst ein Geschenk von Henri II an seine Maitresse Diane de Poitires, die nach dessen Tod von seiner Frau Catharine de Médici vertrieben wird. Diese baut den großen Galerieflügel über den Fluß Cher an, der das Schloß so sehenswert macht. Später vermachte sie es ihrer Schwiegertochter Louise de Lorraine, die nach dem Tod von Henri III alles in Schwarz ausstatten läßt und sich einem recht morbiden Totenkult um ihren verstorbenen Mann hingibt. Dann folgte Louise Dupin, die aus Chenonceau einen intellektuellen Salon machte und sehr fortschrittliche und interessante Ideen über die Rolle der Frau und ihre Zeit hat, und schließlich Madame Pelouze, die das Schloß 1863 kaufte und originalgetreu restaurieren ließ.

In den Gärten läßt es sich prachtvoll spazierengehen, die Cafeteria sollte man aber besser meiden, wenn man nicht sehr hungrig ist wie wir. Nicht nur steht man endlos Schlange, sondern es gibt nur wenig leckeres Fastfood. Ich ließ mich von der Ankündigung eines "Vegeburgers" verführen, aber der teils lauwarme, teils kalte Blob aus Gemüsepüree im traurige Burgerbrötchen bestand wirklich nur aus Kalorien mit geringfügigem Beigeschmack. Aufs Klo sollte man auch nicht müssen: trotz des riesigen Parkplatzes und den eindeutig erwarteten Besuchermassen gibt es zwei Toilettenanlagen, jede mit je zwei Damen- und Herrentoiletten und einer Behindertentoilette. Bei unserem Besuch war die eine Anlage komplett geschlossen, bei der anderen eine der Damentoiletten, und ich verbrachte mal wieder kostbare Lebenszeit mit Schlangestehen. ;o) Als wir später auf dem Weg zum Labyrinth durch den Wald auf dem Gelände gingen, stand da ein Schild, das man angesichts dieser Situation nur als Hohn empfinden kann: man möge den Wald gefälligst nicht als Klo mißbrauchen, es gäbe genug Toiletten... ah jetzt ja.

Weiter ging es nach Amboise. Hier stellten wir aufgrund der Parkplatzhinweise erst einmal fest, durch was für enge Gäßchen unser braves Auto noch überall durchpaßt, bevor wir für Selma dann ein gemütliches Warteplätzchen an der Loire gefunden hatten.

Chateau d'Amboise, Fassade

Dann ging es zu Fuß durch eine hübsche Altstadt mit auffällig vielen Patisserien zum Schloß hoch. Heute stehen nur noch wenige Teile des ehemaligen Komplexes, doch allein die Anlage ist sehr beeindruckend, und die noch erhaltenen Gebäudeteile boten viel Sehenswertes.

Chateau d'Amboise

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Nachdem wir gestern erstmal ausgeschalfen haben, ging es auf einen kurzen Blick von außen zum Château de Saumur hinauf und dann auf die Suche nach einem Supermarkt. Verwöhnt von schwedischen Öffnungszeiten auch am Wochenende standen wir nach 12 Uhr allerdings vor verschlossenen Türen und mußten uns fürs Mittagsmahl mit frischem Baguette und Èclairs au chocolat aus einer sehr einladenden Pâtisserie behelfen - zu tragisch. ;o)
Chateau de Saumur
(rechtsklick für größeres Bild)

Heute ging es dann das erste Mal los zur Besichtigung. Die Menge der interessanten Schlösser, Städtchen und sonstiger Sehenswürdigkeiten macht die Auswahl schwer, weshalb wir gleich bei der ersten Station nur einen kurzen Blick von außen warfen. Mein Reiseführereintrag von 1990 sagte nämlich "außen interessant, innen nicht". *g*
Von Saumur aus fuhren wir an der Loire entlang Richtung Tours, genossen Panorama und Landschaft und sahen bereits einige der typischen Höhleneingänge, Häuseru und sonstiger Gebäude, die teils in den Tuffstein geschlagen sind und teils daraus "hervorwachsen" - die Gegend ist berühmt dafür, wie auch für die in vielen dieser Höhlen angelegten Champignonzuchten.

Direkt an der Loire liegt auch Montsoreau, das wir wie erwähnt nur kurz von außen besahen.

Montsoreau
Montsoreau

Dann gin ges weiter zur Abbaye de Fontevraud, einem der geplanten Highlights. Trotz einiger besonders schöner Eindrücke habe ich den Zauber vermußt, den ich damals beim ersten Besuch erlebte; das Ensemble wirkt kühl, modern und unbelebt. Das mag teils an den teilweise sehr umgreifenden Renoviereungen liegen, die zwar eindeutig notwendig waren, aber die Gebäude stellenweise in einem "nagelneuen" Zustand präsentieren, der irritiert; teils auch an den überall anzutrefenden Kunstinstallationen. Sicher sehr interessant an sich, von uns als störend und befremdend empfunden in diesem Umfeld, zumal sie den Blick stellenweise stark behinderten oder unmöglich machten.
 

Fontevraud - Abteikirche vom Osten her


Auf dem Weg zur nächsten Etappe machten wir halt beim Château de Brézé, das seltsamerweise in keinem unserer Reiseführer erwähnt wird - dabei ist es alles andere als eine kleine Anlage. Auch hier blieben wir nur für einen kurzen Blick von außen, wobei eine Innenbesichtigung zumindest im Hinblick auf die mehrere Niveaus tiefen Keller und Höhlen interessant klingt. Erwähnenswert ist sicher der "Pigeonnier", der Taubenschlag, ein immenser Turm, der größte in Westfrankreich. Uns war beiden neu, daß die Anzahl der Tauben mit der Macht und Bedeutung und dem beherrschten Terrain eines Edelmanns zusammenhängt.
 

Brz


Unser zweites Hauptziel des Tages war dann Montreuil-Bellay, eine imposante, erhöht liegende Anlage, die teilweise die Stadt mit einschließt. Ein später gebauter Corps de Logis konnte nur mit Führung besichtigt werden; vor alem die mittelalterlich angelegte Küche, sehr ähnlich der von Fontevraud, war interessant.
 

Montreuil-Bellay Corps de Logis


Danach waren wir geistig total platt - für soviel Input auf einmal sind wir offenbar noch nicht ausgeruht genug. Morgen werden wir daher gründlich ausschlafen und "nur" ein Schloß oder so mchen - zumindest ist das die Planung. *g*


 

Fotos und eventuelle Details zu den jeweiligen Postings werden später zuhause ergänzend eingefügt.

PS: Tippfehler bitte ich zu entschuldigen; ich sitze mit Sonnenbrille im Sonnenschein und sehe auf dem Display nur sehr wenig.

neckarhex: Bow and rigging of a three-master in harbour. (travelling)
Dieses Jahr findet unser Sommerurlaub erst jetzt im September statt: wir fahren für zwei Wochen an die Loire, vor allem um Schlösser zu besichtigen, die Siljan bisher noch überhaupt nicht kennt. Ich selbst war 1990 das letzte Mal zu einem längeren Besuch in der Gegend und habe große Lust aufs Wieder-Sehen.

Wir sind mutig und werden campen, denn laut Vorhersage dürften Wetter und Temperaturen nicht schlechter und kühler sein als im Sommer in Schweden. Wir haben uns einen komfortablen (und jetzt noch geöffneten) Platz in Saumur ausgesucht, auf der Ile d'Offard.

Die Anfahrt verlief gut und bequem, dank der beiden für uns neuen Autobahn-Teilstücke zwischen Sens und Orléans bzw. Tours und Saumur und einer meistens kaum befahrenen Autobahn. Es waren nun "nur" noch 880km und 8,5 Stunden Fahrt (de facto 10, da wir über eine Stunde durch zwei unfallbedingte Staus verloren haben).

Der Campingplatz wirkt auf den ersten Blick komfortabel, gut ausgestattet und sehr angenehm - Details folgen.

UnserZelt

Edit: Über diesen tag sind alle Einträge zu dieser Reise leicht zu finden: loire-tal 2013

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